Alamannen des 3. jahrhunderts. Elbgermanische Einflüsse noch klar erkennbar an den Hirschfibeln.

Zum Thema Geschichstdarstellung:

Was ist Geschichtsdarstellung? Lebendige Geschichte? Living History? Reenactment?

Hier erst mal eine Erklärung aus offizieller Stelle: (Wir haben den Artikel von Wikipedia genommen, da in unserer Lexika - ein Brockhaus von 1908, ein großer Brockhaus von 1995, ein Meyers Lexikon DDR 1973 und ein Readers Digest Universal Lexikon - keine Einträge zu dem Thema zu finden sind. Eigentlich arbeiten wir nicht mit Wikipedia und wollen klar stellen, daß es sich hier um eine Ausnahme handelt)

"Reenactment (Wiederaufführung, Nachstellung) nennt man die Neuinszenierung konkreter geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise. Über den Weg der historischen Wiedererlebbarkeit soll Geschichte verständlich und erlebbar gemacht werden. Das historische re-enactment ist der zentrale Teil der durch den britischen Philosophen und Historiker Robin George Collingwood aufgestellten Theorie der Historiographie. Die Nachstellung von historischen oder sagenhaften Ereignissen geht allerdings bis in die Antike zurück.

Nach der Theorie der Historiographie besteht beim Reenactment die Aufgabe darin, auf Grundlage der überlieferten Quellen ein ganz konkretes historisches Ereignis aus Vergangenheit möglichst authentisch zu rekonstruieren.Dabei sollen erneut die Gedanken und Intentionen der ursprünglich handelnden Akteure durchgespielt werden, die sich in den vergangenen Ereignissen ausgedrückt haben. Der wissenschaftliche Ansatz ist dabei die zentrale Voraussetzung für die Definition des modernen Reenactment.

Im englischsprachigen Raum wurde das Reenactment oft auf die authentische Nachstellung von militärhistorischen Schlachten reduziert und so von der Öffentlichkeit verstanden. Tatsächlich umschließt das Wort Reenactment auch zivile historische Inszenierungen, die auf historisch belegte Einzelereignisse zurückzuführen sind.

Neben unzähligen Vereinen, die sich in der Freizeit mit der Nachstellung authentischer historischer Ereignisse beschäftigen, haben sich auch kommerzielle Reenactment-Gruppen gebildet, die zu verschiedenen Anlässen vor Publikum auftreten. Dabei wird in erster Linie jedoch nicht das klassische Collingwood'sche Reenactment betrieben, sondern zumeist Living History. In der öffentlichen Diskussion aber auch bei vielen Gruppen verschwimmen diese beiden verschiedenen Darstellungsweisen der Geschichtsinterpretation, was darin liegt, dass es oftmals zu Überlagerungen bei beiden Inszenierungen kommen kann.

Personen, die sich mit Reenactment beschäftigen, werden in der Szene umgangssprachlich als Reenactors bezeichnet."

Im weiteren Verlauf des Artikels, betont der Autor die Wurzeln des Reenactment. Erfreulicherweise sieht er die ersten Ansätze schon sehr früh in der Geschichte. Wir sehen es genau so. Oft hat man heute den Eindruck, daß sich viele selbstverliebte und sich für sehr seriös nehmende "Reenactors" glauben, sie seien die Speerspitze der Geschichtsdarstellung und sie hätten dieses Metier für das Publikum erfunden oder aus Groß Brittanien importiert.

  Das schlafende Imperium

Doch WAS ist lebendige Geschichte? Ist es einen Rechteckmantel nachzuweben? Eine Eisenfibel herzustellen. In autentischen Kleidern in einem Museum zu stehen? Schlachten darzustellen? Handwerk historisch nachzuempfinden? Oder ist es Experimentalarchäologie? Historisches Kochen? Epochale Lieder vorzusingen? Oder ein Haus zu bauen und alte Viehrassen drin zu halten?

Also wer hat die Wahrheit gepachtet? Was ist seriös? was nicht? Waren die historsichen Spiele der Römer im Kolloseum Reenactment? Und was ist mit den Passionsspielen des Mittelalters? Jeder historischer Darsteller würde vor Neid erblassen, sähe er die Energie und Masse die hinter solchen Glaubensspielen steckten. Ganz klar: Es ging um Bildung UND um Unterhaltung! Ist es das heute nicht? Spricht man nicht von "Histotament"? Was war mit den Römern und Germanen unter Kaiser Wilhelm II? Ist die Saalburg living History?
Wir sehen, so toll sollten wir uns nicht vorkommen, wenn wir in Museen herumstehen und den Leuten predigen. Das alles gab es schon mal. Klar: Die archäologische Kenntnisse sind fortgeschrittener als früher. Also ist Reenactment das Nachbauen von Funde? Für was bräuchte man dann die Menschen? Jemand der nur einen Peplos original nachgenäht hat und tolle Fibeln des 3. Jahrhundert hat, der einen authentischen Gürtel der Gotik gebastelt hat oder die komplette Uniform eines preußischen Husaren aus den 1813er Jahren hat kann man - denken wir- durch Puppen ersetzen. Wer nur zu Naht, Punzierung oder Gußverfahren Erklärungen abgibt, kann es doch auch in Zivil neben zahlreichen Puppen tun. Die hätten auch die richtige Frisur und Barttracht. Oder nicht?


                                                         Vandalen!

Wie viel Geschichte kann in einer "Geschichts-"Darstellung stecken? Ganz klar: So viel wie nur möglich! Als Steinzeitmann gibt es nur Funde. Als Kelte ein wenig Geschichte. Der Ritter kann schon auf Originalbücher und Bildquellen zurückgreifen und der WK I Konstrukteur kann schon auf die Geschichte der eigenen Familie bauen! Doch ist nicht Geschichtsdarstellungnicht gleich Theater und somit etwas unseriös? Nicht unbedingt. Man kann auf sehr spannende Art und Weise von der Epoche für die man glüht erzählen. Immer wieder kamen Kinder und Jugendliche zu uns und erklärten Begeistert: so toll hätten sie es in der Schule nie gehört! Doch bei der lebendigen Geschichte kann man die Historie nicht nur hören und sehen, sondern auch fühlen. DAS ist wohl der Hauptmerkmal unseren Darseins! Wie schwer ist ein Kettenpanzer? Hier! Zieh mal über! Wie fühlt sich Wolle auf nackter Haut an? Da! Probieren sie mal! Wie dunkel ist es in einem Langhaus? Kommen sie nur rein! Unserer Meinung nach ist "Reenactment" oder lebendige Geschichte, die Verbindung aller Bausteine: Geschichte und Lebensweise, Handwerk und Alltag.

 Barbar!

Nennen wir es einfach fühlbare Geschichte! Damit wird man auch viel mehr Herzen erobern und Geister erweitern, als mit der bloßen Nahterklärung! Wir wissen, daß dieser Weg in der bundesrepublikanischen "Reenactor-"Zunft nicht unumstritten ist, doch bekennen wir uns ganz zu einem hermeneutischen Geschichtsbild, welches wir unter peinlichster Quellenstudien-und Analysen vermitteln

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Unsere Modeschau: Von der Eisenzeit bis in die Merowingerzeit bieten wir einen Einblick in die Welt der Germanen und Alamannen.